Geneigte Leserschaft der Spielberichte,
haben Sie mich vermisst? Wir hören uns nun so oft, es kommt mir vor, als wäre dies schon ein Wochenritual geworden. Doch leider ist dies zu meinem Entsetzen vorerst der letzte Bericht meinerseits. Es wird ein ganzer Monat vergehen, ehe Sie erneut von den Abenteuern unserer vortrefflichen Herrschaften hören.
Doch bis es so weit ist, stehen Ihnen noch zwei Duellberichte bevor, welche Sie keinesfalls verpassen sollten. Die Autorin hofft sie erinnern sich noch an unsere offenen Fragen aus dem vorherigen Brief, denn es konnten Antworten gefunden werden.
Die Reise unserer Damen sollte an diesem Sonntag nicht weit sein. Zum erneuten Male der aktuellen Saison begab man sich in heimische Gefilde und musste unser traumhaftes Seifersdorf nicht verlassen.
Wie in der vorherigen Woche freuten wir uns bekannte Gesichter aus längst vergangenen Zeiten zu sehen. Die Gäste vom steinernen Herrscher haben bisher jedes Spiel gewonnen und mussten nur einen Satz abgeben. Wird dies unser erstes Duell sein in dem wir keinen einzigen Satz gewinnen? Als ein Mitglied seit dem Bestehen der Mannschaft kann ich Ihnen, ohne anzugeben, berichten, dass die Rolle des geglaubt Unterlegen uns häufig zugutekommt.
Bereits im ersten Abschnitt zeigten unsere Rivalinnen uns unsere Grenzen auf. Scharfe Schläge entlang der Linie durch die Damen Luisa und Marleen sorgten für wenig Probleme auf der anderen Netzseite. Alle anderen geschlagenen Bälle landeten in der Mitte des Feldes und wurden uns gekonnt in Lücken auf unserer Seite gelegt. Ein von außen betrachtet sehenswertes Spiel, welches trotz einer Aufschlagserie durch die Dame Lara knapp verloren wurde.
Erpicht auf eine Revanche war der zweite Satz kein erhellendes Ansehen für unsere Schaulustigen. Trotz hohem Einsatz in Stimme und Handschlag konnte das erlauchte Publikum nur einem Trauerspiel entgegenblicken. Ich mag es kaum aussprechen, da ich die folgenden Worte in der letzten Saison zu oft nutzte, doch es schien die Schwäche des zweiten Satzes zuzuschlagen. Als Mitglied der Annahme schmerzt es in meinem Herzen, dass elf Bälle in Folge nicht spielbar zu unserer Zuspielerin gelangten. Der Schwatz fand bekannterweise nicht statt, wodurch das Spiel mit einer geringen Punktzahl auf unserer Tafelseite beendet wurde.
Zum Erstaunen der Anwesenden ließ das vorherige Ereignis unsere Auswahl zu Höchstleistungen auflaufen. So scheint es unwichtig, ob es die Wut oder der Neid auf solch vortreffliche Aufschläge der Gegnerin war, denn das Ergebnis ist entscheidender. Unsere Damen starteten den dritten Abschnitt von Beginn an aufmerksam. Die Spielerinnen der Abwehr plauschten miteinander, wodurch viele Punkte aus entstehenden Schlägen auf die Linie gewonnen werden konnten. So kann ich mit Stolz bekannt geben, dass es der TSV war, welcher unseren Rivalinnen den am niedrigsten verlorenen Satz der bisherigen Saison bescherte. Die Statistik lügt nie.
Zum großen Bedauern konnte der Schwung aus dem dritten Satz nicht mitgenommen werden. Die Dame Lea zeigte ihr Können beim Blocken vieler Angriffe, wodurch wir lang in Führung lagen, doch in seltenen Fällen kann man ein Duell auch noch bei dem führenden Spielstand von 23:17 verlieren.
Aus so einem Spiel können trotz des Ergebnisses nur positive Erkenntnisse gewonnen werden. Die Autorin freut sich besonders darüber Antworten auf alle Fragen gefunden zu haben. An Heimspieltagen ist unser Publikum sehr unterstützend und auch wir sorgen für Stimmung auf dem Feld. Die Stimmungsbeauftragte ist ihrer Passion gefolgt und es wird keinen Klatsch- und Trommelkurs geben, dafür fehlen uns auch die Musiklehrkräfte. So kann unser Training weiterhin im Fokus des Volleyballs stehen.
Da uns das Ergebnis letzter Woche gegen die Damen aus Dresden so gut gefallen hatte, luden wir sie natürlich diese Woche in unser Heim ein. Wie gewohnt startete die Dame Lisa mit einer Serie an Aufschlägen. Unsere niedrige Hallenhöhe sorgte für Ärger bei unseren Gegnerinnen, jedoch hatten auch wir Schwierigkeiten bei Bällen, die außerhalb der Norm zu uns kamen.
Der zweite Abschnitt strahlte von platzierten Schlägen in die Ecken des rivalisierenden Feldes und Aufschlägen knapp über die Netzkante. Dies brachte uns sogar ein Lob vom trainierenden Herrn aus Königstein ein.
Im letzten Spiel des Duells zeigte unsere Dame Lisa erneut ihre Fähigkeiten bei Aufschlägen. So kann sie zur inoffiziellen Hoheit des Tages ernannt werden, da sie uns Punkte im zweistelligen Bereich allein dadurch bescherte. Dame Clara ergänzte die phänomenale Leistung mit kurzen Tippbällen hinter den Block. Da auch die Autorin weiterhin auf dem Spielfeld stehen will, ergänzt sie die folgenden Zeilen um bei allen Damen und Herren in einem guten Licht zu stehen: Im eben erwähnten Satz ließ sich zum Erschrecken aller beobachten, wie der Herr Sebastian das mit viel Liebe und Mühe erstellte Gemüsearrangement von der Bank geschoben wurde. Ein Ereignis großen Ärgernisses aller dafür schwer gearbeiteten Damen. Die Autorin hofft auf eine Wiedergutmachung von Seiten des betroffenen Herrn. Sie empfiehlt Gurkensticks und Kräuterquark für den nächsten Duelltag zu besorgen, um die Gemüter zu besänftigen.
Mein größter Dank geht an alle Schaulustigen, welche dem kalten Wetter getrotzt haben und uns so lautstark anfeuerten. Erneut zeigt ihr uns eure Leidenschaft für den Sport und unseren TSV. Wir freuen uns, euch ein weiteres Mal in dieser Saison in der heimischen Turnhalle begrüßen zu dürfen.
Endstand am Spieltag:
TSV- Königsteiner VG II 1:3 (23:25, 13:25, 25:14, 23:25)
TSV- Post SV Dresden V 3:0 (25:15, 25:10, 25:9)
Seifersdorf mit: Clara Böhme, Marleen Lindig, Lea Liebscher, Lisa Liebscher, Luisa Näcke, Lara Schüttoff, Hanna Schüttoff und den Trainern Sebastian Wend und André Günzel